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VIDEONALE SCOPE
eine Veranstaltungsreihe der Videonale Bonn
vom 16.11. bis 24.11.2013

Retrospektiven: Birgit Hein und James Benning

Mit Videonale Scope eröffnet die Videonale Bonn eine neue Veranstaltungsreihe, die sich den Übergängen und Schnittstellen zwischen Film- und Videokunst widmet. Das von Daniel Kothenschulte kuratierte Programm startet mit Retrospektiven zweier weltbekannter Filmkünstler, die seit rund vier Jahrzehnten die Filmavantgarde prägten: Die gebürtige Berlinerin Birgit Hein und der Amerikaner James Benning. Beide werden ihre Werke mit dem Publikum diskutieren. So unterschiedlich ihre Positionen dabei auch sind – Hein wurde mit ihren oft explosiv geschnittenen Materialcollagen zu einer Wegbereiterin des Found-Footage-Films, Benning ist berühmt für lange, asketische Landschaftaufnahmen von hoher meditativer Kraft, haben sie doch viel gemeinsam: Beide wurden 1942 geboren und reüssierten aus dem strukturellen Experimentalfilm; beide schöpfen aus dem reichen ästhetischen Fundus des frühen Kinos, beide inspirierten als Filmprofessoren viele heute namhafte Schüler.

Birgit Hein gehörte 1968 zu den Mitorganisatoren des legendären Kölner X-Screen-Festivals. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Wilhelm schuf sie Filmcollagen, die das vorgefundene Material radikal dekonstruierten und so die Wirkungsweisen des Films selbst sichtbar machten. Zugleich weckten sie eine politisch empfundene Skepsis gegenüber den Institutionen, die bewegte Bilder liefern. 1977 kuratierte sie mit Wulf Herzogenrath die legendäre Kölner Ausstellung „Film als Film“, die als Markstein der Öffnung der Kunstwelt für die Filmavantgarde gilt – für eine Diskussion zum Thema führt sie die Videonale noch einmal zusammen. Nach der Trennung von Wilhelm Hein schuf sie wegweisende Essayfilme, die in ihrer kompromisslos-persönlichen Ansprache als höchst eigenständige Positionen zu den prägenden Diskursen um Gender, Gewalt oder Feminismus verstanden wurden. James Benning erster Langfilm 11×14 (1977) fügt mit statischer Kamera aufgenommene Ansichten aus dem mittleren Westen zu einer paradoxen Erzählung zusammen. Der malerischen Kameraarbeit steht ein kontrapunktisches Zusammenspiel von Bild und Ton entgegen. Obwohl ohne direkten Bezug zur zeitgenössischen Fotokunst eines Stephen Shore, Lewis Baltz oder Bernd und Hilla Becher entstanden, setzen sich Bennings Filme in ähnlicher Weise an die Schnittstelle zwischen dokumentarischer und künstlerischer Wirklichkeitserfassung. Naturschönheit interessiert ihn dabei nicht weniger als Zersiedlung und Industrialisierung. Selbst den Kohlenpott konnte er 2009 (in Ruhr) in sechs Einstellungen von lakonischer Schönheit repräsentieren: Einen Tunnel, einen Wald, eine Fabrik, eine Moschee, ein Graffiti und einen Schornstein. Erstmals in Deutschland ist auch der auf dem Filmfestival Venedig präsentierte Dokumentarfilm Double Play: James Benning and Richard Linklater zu sehen.

Das ausführliche Programm gibt’s hier!

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