REGIE

8. Festival des deutschen Films: „Das Leben ist schön. Auch wenn es anstrengend ist!“

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Am Sonntagabend ging das 8. Festival des deutschen Films nach 11 Tagen Festivalbetrieb zuende. –Mit ihm ein wunderbares Wochenende voll deutscher Filmkunst,  frischer Rheinluft und tollen Gesprächen.

Nein, das Festival werde sich nicht vergrößern, versprach Festivaldirektor Michael Kötz. „Höchstens verlängern!“ Applaus! Denn genau das ist es, was das Filmfest auf der Parkinsel von Ludwigshafen am Rhein ausmacht: Das Intime, Heimelige, Gemütliche. Ja. Das Festival des deutschen Films ist echt gemütlich. Ein Festival mit ganz viel Charme. –Und das, obwohl die Filme nicht immer leicht sind. „Das Leben ist schön. Auch wenn es anstrengend ist!“ , sagt Kötz in seiner Finalrede. Da ist viel Wahres dran. So soll das Festival auch in Zukunft bleiben, was es bisher war: Ein kleines Fest, das Großes zu bieten hat. Ein kleines Fest mit großem Anspruch, mit hochwertiger Filmkunst in dennoch entspannter Atmosphäre. Das will das Publikum, das wollen die Kritiker, das will das Festivalteam. Und nicht nur der diesjährige Rekord von 50 000 Zuschauern ist eine schöne Bestätigung dafür, dass die da hinter den Kulissen alles richtig machen.  Auch die Filmgespräche werden bleiben, wenn nicht sogar noch ausgeweitet, versicherte Kötz weiter. Denn die sind noch so einer von vielen guten Gründen für den alljährlichen Besuch der Parkinsel im Juni: Das Miteinander zwischen Zuschauer und Regisseur, Schauspieler, Produzent. Das Miteinander zwischen den Menschen vor und hinter den Bildschirmen. Also noch einmal: Applaus!

Glücklicher Gewinner des diesjährigen Filmkunstpreises 2012 war Wolfgang Dinslage, der mit „Für Elise“ ein Preisgeld von satten 50 000 Euro absahnte. Die Begründung der Jury, bestehend aus Verena Luecken von der F.A.Z und Torsten Frehse vom Filmverleih Neue Visionen:

„Das Drehbuch haben wir schon gesondert ausgezeichnet. Dazu kommen die wunderbare Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer, der Schauplatz Jena, bürgerlich in verschiedenen Facetten, in einer auch nah am Abgrund, und auch ein bisschen eine Traumlandschaft. Und natürlich die Regie, die den Konflikt zwischen Mutter und Tochter einfallsreich jenseits von Klischees austariert und den Figuren genügend Raum gibt zu atmen, so dass sie für uns ein wenig ihrer Rätselhaftigkeit bewahren. Herzlichen Glückwunsch an Regisseur Wolfgang Dinslage sowie die Produzenten Marcel Lenz und Guido Schwab.“

Und auch der so selten beachtete Ton wurde in diesem Jahr ausgezeichnet: Uwe Bossenz erhielt für die beste Tongestaltung bei „Der Fluss war eins ein Mensch“ eine besondere Auszeichnung der Jury, ebenso wie Erzsébet Rácz für das beste Drehbuch von „Für Elise“ und Sven Gielnik, Eye Heirara, Hans-Jochen Wagner und Carolina Clemente für das beste Schauspielerensemble von „Implosion“.  Der Prublikumspreis wurde in diesem Jahr gleich zweimal vergeben: Der Eröffnungsfilm „Blaubeerblau“ von Rainer Kaufmann und „Schuld sind immer die anderen“ von Lars-Gunnar Lotz erhielten nahezu gleich viele Stimmen von ihren begeisterten Zuschauern.

via Ben Pakalski

Und nicht zu vergessen: In der vorherigen Woche wurden die Schauspieler Otto Sander und Sandra Hüller mit dem begehrten Preis für Schauspielkunst 2012 ausgezeichnet! Kötz dazu über Sandra Hüller:

„Sie hat Mut, Sandra Hüller, eine Art trotzigen aber zähen Mut. Sie macht es sich jedenfalls nicht leicht mit ihrem Beruf, verlangt sehr viel von sich, wäre mit halbem Einsatz unzufrieden, so unzufrieden wie sie einfach nur schön sein langweilig findet.“

via Ben Pakalski

Und auch für Schauspielmeister Otto Sander findet der Festivaldirektor die richtigen Worte:

„Es sind nicht nur Dutzende und Aberdutzende von Filmrollen und eine nahezu unendliche Kette von Hörspielen und Sprechrollen aller Art, es ist eben obendrein auch so, dass dieser Mann mit seiner Wirkung und Eindringlichkeit deutsche Theatergeschichte geschrieben hat, weshalb es ganz unmöglich ist, diesen Otto Sander hier nur als Filmschauspieler zu ehren, der er zwar auch aber eben überhaupt nicht nur ist.“

Auch Philipp und ich haben uns einige Filme angeschaut, unsere Meinungen dazu erfahrt ihr in den nächsten Tagen. Vorab aber schonmal ein paar Eindrücke vom Wochenende bei unserem Lieblingsfestival am Rhein:

Festivaldirektor Michael Kötz

Kötz und die diesjährige Jury: Torsten Frehse (Neue Visionen Filmverleih) & Verena Luecken (F.A.Z)

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